Erwähnte ich, dass mein nicht so richtig geliebtes Mobiltelefon N85 irgendwie einen Schlag weg hat? Die Überlegung, dass dieser Umstand mit dem meiner Verdauung zusammenhängt habe ich mal verworfen. Letztere kann man leider auch nicht so einfach per vorbeschriftetem Faltpäckchen zum eplus Service schicken. Ich meine man könnte ja mal… die würden sich bedanken…. Jedenfalls habe ich es, das N85 am Samstag zur Post gebracht und mein altes N70 ausgekramt. Prompt habe ich, beim Umherhantieren aus Versehen bei meiner Schwester angeklingelt da ich die manuelle Tastensperre nicht mehr auf dem Schirm hatte so als Schiebehandynutzer.
Hat nur einmal geklingelt bis ichs bemerkt habe… um 0:20 Uhr… Tschuldigung.
Der Hauptfehler des N85 war, dass es ständig neu startete und manchmal die Tasten einfach nicht reagiert haben. Einfach so, von heute auf morgen. Ob das jetzt mit meiner Flugreise zu tun hat weiß ich nicht, ich weiß nur, dass es in der Nacht davor ausgegangen ist, weil der Akku platt war. Tja und am nächsten Tag fing es plötzlich an.
Mal gucken was die sagen.
Inzwischen sind schon ein paar Tage vergangen nach meinem kurzen aber intensiven Ausflug. Ungefähr 96 Stunden waren wir dort aber so richtig da eigentlich nicht. Frei umherlaufen ging gar nicht, das heißt es wäre gegangen aber es wäre nicht klug gewesen, spätestens wenn man irgendwem mit Kalaschnikov hätte erklären müssen warum mann jetzt gerade da lang gelaufen ist, womit ich nicht sagen will, dass man ein Gefühl der Bedrohung hatte aber wenn man die Sprache so gar nicht kennt….
Und so ist das Kennenlernen des Landes auf einen Stadtbezirk und da auf wenige Straßenzüge beschränkt gewesen. Ich will auch gar nicht anfangen den Reiseerzähler zu geben, ich denke, daß es mal eine schöne Stadt war, mit schönen Häusern an schönen Straßen aber im Augenblick sieht alles recht kaputt aus, wobei mir keine unmittelbaren Kriegsspuren aufgefallen sind, mehr Verfall. Und viele sehr hohe Mauern oder Zäune und unmengen von Natodraht. Die Menschen mit denen wir zu tun waren ausgesprochen nett und freundlich.
So, mehr Allgemeinplätze gibts nicht statt dessen verweise ich der Einfachheit halber auf die paar Bilder die ich gemacht habe, Ihr findet sie (natürlich) auf meiner Fotoseite bei 23 dem freundlichen Bilderdienst aus Dänemark und der Link ist hier: Kabul
P.S.: Ich hasse Flugreisen über länger als zwei Stunden
Vorab: im Moment keinen Nerv mehr für ausformulierte wohlgestaltete Sätze
Langsam wird es ernst, die Einpackcheckliste ist abgearbeitet, gerade noch per Telefon die Bitte doch 30 Batterien AA und 20 9V Blocks mit zu bringen oder eine Flasche Whisky
Komme mir vor wie eine Olympiabewerber Stadt. Erstmal ordentlich in die Infrastruktur investieren für Sachen, die man danach bestimmt noch brauchen kann: Dunkles Sakko, schwarzes Hemd und Schuhe… Hoffe die Bilanz fällt nicht so aus wie bei Olympia und wo ist eigentlich dieser Steuerzahler…
Abfahrt geplant für 15 Uhr, für Batteriekauf vorverlegt aber alles im Lot. Zug um 16:55, Flieger um 20:55.
In Kabul gibt es die sicher eine Möglichkeit ins Internet zu kommen also melde ich mich spätestens von da.
Es geht mit dem Busunternehmen Höffman Reisen für 14 Tage nach Italien. Busreise? Ist das nicht was für Omas und Heizdecken? Wer sich die Seite mit der Beschreibung mal durchliest merkt, dass dem nicht so ist. Eine Freundin vom Kind war letztes Jahr auf diesem Weg in Portugal und schwerstens begeistert. Auf dem Bild sieht man die zweite von drei Fuhren die über den Tag verteilt aus Aachen abgefahren sind, hier waren es drei Busse mit Jugendlichen. Insgesamt werden es wohl mehr als 1000 sein, alles top organisiert und mit vernünftigen Regeln (z.B. Alkohol = Abreise)
Auch muß man sagen, dass Höffmanns technisch ziemlich up to date ist, auf der Webseite werden alle Infos, Neuigkeiten und Partyfotos des aktuellen Events gezeigt, eine gewisse Beruhigung für die Eltern (oder auch nicht). Kind ist mit zwei real-live Freundinnen unterwegs und trifft sich dort mit noch anderen Webfreundinnen. Wird bestimmt toll.
Aus nicht näher zu erläuternden Gründen wird sich die Dame des Hauses trotzdem nicht alleine langweilen ausruhen können, schlechtes Timing.
Wie es dazu gekommen ist, ist mir immer noch nicht so ganz klar, aber ich werde wohl demnächst ein paar, in Worten vier, Tage in der Hauptstadt der Islamischen Republik Afghanistan verbringen um dort das Konzert des wie es so schön heiß weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannten afghanischen Musikers Farhad Darya für das afghanische Fernsehen und, soweit ich das überblicke eine LED Wand auf der Bühne zu mischen.
Es wird illustre Gäste geben da am folgenden Tag die Afghanistan Konferenz beginnt. Das Team trifft sich am Sonntag das erste mal zu einer Probe, ein Teil Europäer, ein Teil Afghanen, Technik weiß ich noch nicht, und am Montag ist das Konzert. Es wird entweder schrecklich oder toll, ich bin entschieden für letzteres.
Ich muß auch zugeben, dass die Aufregung langsam steigt. Fernreisen gehören ja bei mir nicht zu Regel und damit in diese Region der Welt vor zu stoßen hab ich schon mal gar nicht gerechnet. Ich hatte einfach im richtigen Moment (letzten Freitag) das Handy dabei und war bekloppt genug ohne Zögern ja zu sagen als man einen Bildmischer suchte der acht Tage später mal eben ins Flugzeug hüpft und in eine der Regionen fliegt von deren Besuch das Auswärtige Amt “dringend warnt”.
Aber hey, Guido… halt mich auf!
Außerdem setze ich große Hoffnungen auf die Sicherheitsmaßnahmen die unsere amerikanischen Freunde angesichts Hillarys (oder doch Hillaries ?) angeblicher Anwesenheit treffen werden.
Inzwischen habe ich also einen vorläufigen Reisepass (reicht) mit Visum, ein E-Ticket für die Bahn und eines für den Flug. Sechseinhalb Stunden ab Frankfurt. Wie die Dinge sich darstellen, wird die Fahrt mit dem ICE wahrscheinlich der schwierigste Teil.
Hoffe ich.
Die Musik kann man sich ja bei Youtube mal anhören, hier ein Beispiel: